⚖️ BSW und die Politik der Vernunft
Quo vadis, BSW?
Für mich wurde der Schwung der Gründungsphase bereits gestoppt, als sich Sahra Wagenknecht in eine „Wertekommission“ verabschiedete. Von einer solchen Arbeitsgruppe ist vermutlich kaum ein entscheidender Beitrag zu einem Parteiprogramm zu erwarten.
Auch wenn Sahra Wagenknecht polarisiert – für die einen ist sie Kommunistin, für die anderen eine Helferin der AfD –, gehören für mich ihre Person, ihre Ideen und das BSW untrennbar zusammen.
Mit dem BSW verband ich die Hoffnung auf eine Partei, die endlich wieder sachbezogene und vernünftige Politik macht: eine Politik jenseits der ideologischen Grabenkämpfe zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Eine Politik, die auf Diplomatie und Völkerverständigung setzt, um friedliche Lösungen zu ermöglichen. Eine Politik, die die Interessen Deutschlands in den Mittelpunkt stellt, ohne die Verantwortung gegenüber der Welt aus den Augen zu verlieren. Eine Politik, die sozialen Ausgleich anstrebt, ohne Menschen gegeneinander auszuspielen.
Inzwischen habe ich nur noch wenig Hoffnung – weder für das BSW noch für eine Politik der Vernunft insgesamt. Menschen handeln und entscheiden oft nicht vernünftig. Der politische Erfolg scheint nicht selten weniger von durchdachten Konzepten als von starken Emotionen und einfachen Botschaften abzuhängen.
An der Wahlurne gewinnt häufig nicht derjenige mit den besten Argumenten, sondern derjenige, der den Lautesten nach dem Mund redet. Erfolg haben Parteien, die einfache Antworten auf komplexe Probleme versprechen – möglichst ohne den Menschen Veränderungen zuzumuten.
Auf ein blaues Wunder vertraue ICH jedenfalls nicht. Auf wirkliche Veränderungen in der Politik allerdings ebenso wenig. Wahrscheinlich liegt mein Irrtum darin, zu lange geglaubt zu haben, dass für eine Politik der Vernunft genügend Raum vorhanden ist.
https://digital.bsw-vg.de/klare-linie-1/positionsbestimmung

