👨👩👧👦 Zur Kita Knirpsenland: Meine Position
Als Familienvater verstehe ich die Situation der Eltern und auch dass diese nach Auswegen suchen. Ich will das auch nicht abtun. Stand heute vertrete ich, dass die KiTa aus der Bedarfsplanung genommen wird. Ich kenne die Pläne der Eltern nicht, daher kann ich diese auch nicht bewerten. Wie immer steht das Angebot bei unseren Bürgergesprächen – das nächste ist am 26.10.2026 – oder natürlich auch zu einem anderen Termin mit uns ins Gespräch zu kommen.
Ich hoffe und gehe auch davon aus, dass Träger, KiTa-Personal und Eltern genauso informiert wurden wie wir Stadträte. Und ich denke, dass fehlende Informationen auf Nachfrage sicher von der Verwaltung bereitgestellt werden.
Private Trägerschaft ist in Sachsen völlig normal. Ganz konkret auch hier bei uns in Neustadt in Sachsen.
Nur: Ein Trägerwechsel löst drei verschiedene Probleme nicht automatisch.
Das erste ist der Betrieb. Ein Verein oder privater Träger kann eine Kita führen. Die laufenden Kosten sind mit Elternbeiträgen, Landeszuschuss und kommunalem Defizitausgleich grundsätzlich darstellbar. Bei 106 Plätzen und sinkender Nachfrage wird die Rechnung jedes Jahr enger. 2010 waren es 110 Geburten pro Jahr, heute sind es 52. Bei dieser Entwicklung sind es bereits in den Jahren 2028/29 139 Kindergartenplätze zu viel. Das ist Demografie. Leider können wir vor Ort kaum mehr tun, als damit umzugehen.
Die Elternbeiträge steigen seit Jahren. Weil die Lücken in der Finanzierung auch durch die Familien gefüllt werden müssen. Weder vom Bund noch vom Freistaat können wir mittelfristig da mehr erwarten.
Das zweite ist die Investition. Die KiTa hat den höchsten Sanierungsbedarf. Sie lässt sich nicht aus dem Betrieb erwirtschaften. Wer soll diese Investition tätigen und wie soll diese dann refinanziert werden? Die Kommune kann es nicht, wir schaffen auch so bereits jedes Jahr Defizite.
Das dritte ist die Bedarfsanerkennung. Nach der Bedarfsplanung werden Plätze nur gefördert, wenn sie als notwendig gelten. Bei 139 freien Kindergartenplätzen 2028/29 ist das der springende Punkt.
Ein tragfähiges Konzept sollte zeitnah der Verwaltung und dem Stadtrat vorgelegt werden. Liegt es vor, wird es geprüft.
