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🐗 🚧 🪧 Tierische Begegnungen, Absperrungen und Schilder

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Nach den 38 und 52 Kilometern in Thüringen ließ der Ehrgeiz nicht lange auf sich warten: Die nächsten zehn Kilometer mussten her. Ausgesucht hatte ich mir die Gegend um den Quitzdorfer See in Landkreis Görlitz. Der Stausee ist flächenmäßig der größte Stausee in Sachsen und war bis zur Flutung der Speicherbecken Lohsa II und Bärwalde das größte Binnengewässer Sachsens. (1)

Campen war gesetzt, ein Platz befindet sich direkt am See. (2) Nach 20 min Suchen auf dem Gelände, der Empfang war nicht besetzt und ans Telefon ging auch niemand, war dann doch die Anmeldung besetzt. Es gab freie Platzwahl, welche für mich zur Qual wurde. Es ist vor Ort nicht ersichtlich, wie und wo man tatsächlich stehen kann, soll oder darf. Ich habe in Folge zweimal umgeparkt. Die Sanitäranlagen sind soweit sauber, stammen im Grund sicher aus der DDR-Zeit und wurden mit zeitgemäßen Einrichtungen versehen. Ich fühlte mich, auch durch den typischen Geruch – ausdrücklich nicht negativ gemeint –, an meine Zeit im Ferienlager und ähnliche Freizeitanlagen meiner Kindheit erinnert. Immer mal wieder fühlte ich mich auch an anderen Orten an die DDR erinnert. Wer Ruhe sucht, ist hier jedenfalls richtig.

Mögliche Wanderwege sind hier reichlich, viele auch in unberührter Natur. So unberührt, dass ein Wegweiser nach Niesky in ein undurchdringbares Dickicht verwies und ich lieber einen Bogen darum machte. Die Wälder waren herrlich, vermutlich auch aufgrund des vorherigen Regens. Was mir am meisten auffiel, war die ständige Begleitung von Vogelstimmen, Specht und Kuckuck waren immer wieder zu hören. Auf das Grunzen eines Wildschweines im Dickicht direkt am Weg sowie das Fauchen von zwei Schwänen an einem Teich entlang der Straße hätte ich jedoch verzichtet. Rehe, Katzen und Hunde gab es auch reichlich, genauso wie Fahrradfahrer, welche alle freundlich grüßen.

Umso mehr war ich verwundert über viele Zäune und Absperrungen und vor allem über viele, viele Schilder, welche ständig darauf hinwiesen, teilweise sogar in anderen Sprachen, dass es sich um Privatbesitz handle, man weder gehen noch stehen oder fahren dürfe, auf Hunde und Kameras treffen könne und einmal sogar die Umgebung eines Sees nicht ‚bildlich abbilden‘ dürfe.

Auf jeden Fall habe ich mein persönliches Ziel von 60 Kilometern erreicht, gelernt, dass der 90er-Channel von Sunshine Live durchaus zu einem schnelleren Wanderschritt animiert, und festgestellt, dass ich mir körperlich keine Sorgen um die nächsten zusätzlichen zehn Kilometer machen muss..

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Talsperre_Quitzdorf
(2) https://www.camping-stausee-quitzdorf.de/index.html

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