🏭 Rüstung als Wirtschaftsmotor?
Mir geht es dabei ausdrücklich nicht um die grundsätzliche Frage nach Rüstung und Militär. Dazu gibt es genügend Grundsatzdiskussionen und auch ich habe dazu meine Meinung.
Mir geht es um die wirtschaftlichen Auswirkungen.
Der deutschen Wirtschaft geht es zunehmend schlechter. Als Ausweg setzen manche Politiker, auch hier in Sachsen, auf mehr Rüstungsproduktion. Panzerkomponenten statt Eisenbahnwagen? Marschflugkörper aus Leipzig?
Bei sogenannten „Dual-Use-Produkten“ kann das durchaus sinnvoll sein. Bestehende Produkte und Fähigkeiten lassen sich zusätzlich für militärische Aufträge nutzen.
Wenn sich Unternehmen und Produktionskapazitäten aber vom zivilen zum militärischen Markt verlagern, sollte man genauer hinschauen. Wie viele Panzer oder Militärtransporter lassen sich dauerhaft verkaufen – verglichen mit Autos, Maschinen oder anderen zivilen Produkten? Wie viele Unternehmen profitieren tatsächlich von einem Rüstungsauftrag und wie lange? Was passiert mit den Arbeitsplätzen, wenn ein Beschaffungsprogramm endet? Und was produzieren wir möglicherweise nicht mehr, wenn Fachkräfte, Investitionen und Kapazitäten zunehmend in die Rüstungsindustrie fließen?
Rüstungsaufträge können Umsatz, Investitionen und Arbeitsplätze schaffen. Ein staatlicher Auftrag ist aber noch nicht automatisch ein nachhaltiger Wirtschaftsmotor.
Deshalb sollte die Frage nicht nur lauten: „Wie viel Rüstung können wir produzieren?“ Sondern auch: „Welche wirtschaftliche Wertschöpfung entsteht dadurch – und wie nachhaltig ist sie?“
Sachlich betrachtet, ohne ideologische Scheuklappen. Aber eben auch ohne die einfache Gleichung: Mehr Rüstung = mehr Wirtschaft = mehr Wohlstand.
