⚠️🧠 Die Macht der Bilder in der Asse-Debatte
Ich hatte ja bereits über meine Erfahrungen beim Besuch des ehemalig geplanten Endlagers und dem Zwischenlager Gorleben dargelegt und bin dafür auch von „Umweltaktivisten“ angegriffen wurden. Demnächst darf ich übrigens Morsleben kennen lernen.
Vor ein paar Tagen nahm ich an einer Beratung teil, bei der es um Software zur Verwaltung von radioaktiven Stoffen ging. Der Vertreter der Entwicklungsfirma, ein Bayer, war erfrischend in seiner Art und wurde immer wieder politisch. Kein Wunder, vieles was mit Radioaktivität zu tun hat, wird oft politisch. Dabei ging es auch um die Asse.
Die Diskussion um die Asse zeigt, wie stark technische Themen politisch und emotional aufgeladen werden können. Bilder von verrosteten und scheinbar ungeordnet gelagerten Fässern prägen bis heute die öffentliche Wahrnehmung. Dabei entsteht schnell der Eindruck eines unmittelbar außer Kontrolle geratenen „Atommülllagers“.
Allerdings gehört zur fachlichen Einordnung auch, dass die Fässer in der Asse nie als dauerhafte Hochsicherheitsbehälter wie Castoren gedacht waren. Die Einlagerung erfolgte in den 1960er- und 1970er-Jahren nach damals geltenden Maßstäben und unter dem Ziel, die Strahlenbelastung für die Arbeiter möglichst gering zu halten. Deshalb wurden viele Gebinde vergleichsweise pragmatisch eingelagert und nicht nach heutigen Vorstellungen eines geordneten Zwischenlagers aufgestapelt.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die heutigen Probleme der Asse nur politisch konstruiert wären. Entscheidend ist weniger der Zustand einzelner Fässer als vielmehr die langfristige Stabilität des Bergwerks. Der Zufluss von Wasser und die Frage, wie sicher die Grube über sehr lange Zeiträume bleibt, sind reale sicherheitstechnische Herausforderungen. Gerade deshalb wird heute die Rückholung der Abfälle verfolgt – obwohl auch diese mit erheblichen technischen Risiken, hohen Kosten und zusätzlicher Strahlenbelastung verbunden ist.
Die Asse ist damit ein Beispiel dafür, dass es bei der Endlagerfrage selten einfache Antworten gibt. Weder helfen alarmistische Bilder noch pauschale Verharmlosungen weiter. Notwendig ist eine nüchterne Abwägung zwischen den Risiken eines Verbleibs unter Tage und den Risiken einer Rückholung an die Oberfläche.
