⚛️🛡️ Strahlenschutz braucht Fachwissen
Am zweiten Tag stand der eigentliche Anlass unserer betrieblichen Exkursion auf dem Programm: der Besuch des Endlagers Morsleben. Das ehemalige Salzbergwerk wurde im Laufe seiner Geschichte unter anderem für die Rüstungsproduktion im Zweiten Weltkrieg, später sogar für die Hühnerzucht und schließlich als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle genutzt. Bereits in der DDR wurden dort radioaktive Stoffe eingelagert, nach der Wiedervereinigung kamen weitere Abfälle aus dem gesamten Bundesgebiet hinzu.
Genau wie das Endlager Gorleben, das ich vor zwei Jahren besichtigen konnte, wird Morsleben heute nicht mehr zur Einlagerung genutzt. Im Mittelpunkt stehen nun die Stilllegung und der sichere Verschluss des Bergwerks. Dazu werden die Schächte und Hohlräume schrittweise verfüllt und dauerhaft gesichert. Dieser technisch und wissenschaftlich anspruchsvolle Prozess läuft bereits seit vielen Jahren und wird von umfangreichen Untersuchungen sowie Genehmigungsverfahren begleitet.
Für mich war es erneut ein sehr interessanter und lehrreicher Tag – gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen, die man sich kaum besser wünschen kann. Der VKTA ist zwar nicht mein erster Arbeitgeber, ich hoffe aber, dass er mein letzter bis zum Renteneintritt bleibt.
Gerade solche Projekte zeigen, wie wichtig Fachwissen im Bereich Strahlenschutz, Entsorgung und Stilllegung kerntechnischer Anlagen ist. Umso weniger kann ich nachvollziehen, dass immer wieder über die Notwendigkeit entsprechender Einrichtungen und ihrer Beschäftigten diskutiert wird. Wer sichere Endlagerung und wirksamen Strahlenschutz fordert, braucht auch die Menschen und Institutionen, die diese Aufgaben dauerhaft fachlich begleiten und umsetzen.
CDU Sachsen: „… Effizienzprüfung landeseigener Institute, Eigenbetriebe und Behörden; obsolet gewordene Einrichtungen (z. B. DEGES, VKTA, LiST) auflösen oder integrieren….“ (https://shorturl.at/zFB9k)
