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📚 Ein interessanter, für mich neuer Blick auf die Erinnerungskultur der DDR

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Das bekannte Zitat von Jurek Becker („Von zehntausend Antifaschisten … lebten allein acht Millionen in der DDR“) zeigt sehr deutlich, wie einseitig die politische Führung der DDR ihre Geschichtsbetrachtung geprägt hat. Der Antifaschismus und die Rolle der Kommunisten wurde überbetont und das Leiden der jüdischen Bevölkerung blieb fast unerwähnt.

Der nationalsozialistische Völkermord an den Juden war zwar nicht tabu, stand aber nicht im Zentrum der Erinnerungskultur. Stattdessen dominierte das Selbstbild der DDR als „antifaschistischer Staat“.

Für mich macht das deutlich: Auch hier wurde Geschichte politisch instrumentalisiert – mit dem Ergebnis, dass die jüdischen Opfer des Holocaust nicht die Aufmerksamkeit bekamen, die ihnen eigentlich zusteht. Erinnerung braucht mehr als Ideologie, sie braucht Ehrlichkeit und Differenzierung.

https://pressreader.com/article/281728390927434

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